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Speichen nachziehen und richten

Betrifft keine bestimmte Kubik-Klasse
zB. Pflege, Schmiermittel, etc.

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Speichen nachziehen und richten

Beitragvon Paule » 28. Aug 2015 11:19

Speichenräder richten

Speichenräder sind wunderschöne Bauteile, die einem Motorrad erst das richtige klassische Aussehen verleihen. Damit sie lange funktionieren und kein Sicherheitsrisiko darstellen, sollte man sie aber von Zeit zu Zeit überprüfen. Die häufigsten Fehler sind lose oder gebrochene Speichen und unrund laufende Felgen.


Der Klangtest
Lose Speichen und ein oft damit einhergehender Schlag der Felge erkennt man durch den "Klangtest" im eingebauten Zustand des Rades.
Dazu wird das betreffende Rad hochgebockt (z.B. durch Unterlegen des Motorblocks oder einen Montageständer).
Mit einem Schraubendreher werden jetzt alle Speichen leicht angeschlagen. Ist die Speichenspannung in Ordnung, wirst Du einen schwingenden metallischen Klang hören. Bei zu strammen Speichen ist dies ein kurzer trockener Klang (Ping) und wenn die Speichen zu lose sind, ergibt sich ein schepperndes oder recht tiefes Geräusch (Pong). In diesem Bild sind die blauen Speichen zu stramm und die Felge hat einen Seitenschlag (S).



Zentriervorrichtung
Ist Schlag vorhanden, sollte das Rad in eine Zentriervorrichtung montiert werden. Diese kannst Du Dir aus Rohrprofilen leicht selbst bauen. In Höhe des Felgenhorns werden zwei Schrauben angeordnet und eng gegen die Felge positioniert.
Wird das Rad jetzt gedreht, wird auch der kleinste Seitenschlag sichtbar.
In unserem Beispiel schleift die Schraube auf der blauen Seite an der Felge, während an der roten Seite ein deutlicher Spalt erkennbar wird.
Um Höhenschlag zu erkennen, muss man den Reifen entfernen und noch eine Schraube von unten gegen die Felge positionieren (hier nicht gezeigt).
Echte Profis verwenden statt Schrauben natürlich Messuhren. Damit kann man noch viel besser messen und ausgleichen. In den nächsten Bildern wird die Zentriervorrichtung wegen der Übersichtlichkeit nicht mehr gezeigt.




Bevor Du aber an die eigentliche Zentrierung gehst, müssen alle Speichen etwa auf die gleiche Spannung gebracht werden. Stramme Speichen sollte man leicht lösen und lose etwas anziehen. Wenn überall annähernd der gleiche Klang festgestellt wird, ist die richtige Ausgangsbasis vorhanden.
Die Korrektur des Höhenschlages erfordert erhebliches Fingerspitzengefühl. Außerdem ist er ohne eine Zentriervorrichtung mit Messuhr sehr schwierig zu kompensieren.


Einfachen Höhenschlag ausgleichen
Hier wird der Schlag mit einem gelben Kreis symbolisiert. Man erkennt, dass die Felge aus der Radachse nach unten verschoben ist.
Zum Ausgleich, musst Du alle Nippel der unteren Speichen (blaue und rote) auf beiden Seiten des Rades mit einem speziellen Nippelschlüssel anziehen (F). Wichtig ist es, die Speiche in der Nähe des Hochpunktes fester und die benachbarten symmetrisch weniger anzuziehen (z.B. bei 6 Speichen 1/8 - 1/4 - 1/2 - 3/8 - 1/4 - 1/8 Umdrehungen). Ist der Schlag sehr groß, muss gespreizt und mehr Speichen verwendet werden.
Alle oberen Speichen werden analog gelöst (L), um die Felge in den Mittelpunkt zu ziehen. Klappt es beim ersten Durchgang nicht, kannst Du die Prozedur wiederholen.



Doppelten Höhenschlag ausgleichen
Stellst Du beim Nachmessen einen Doppelschlag fest, hat sich die Felge elliptisch verzogen. Hier sind die Hochpunkte oben und unten.
Ähnlich wie bereits beschrieben, müssen zum Ausgleich alle oberen und unteren Speichen festgezogen (F) und die um 90° versetzten Speichen, hier links und rechts, gelöst werden (L).
Soweit die graue Theorie. In der Praxis findet man bei besonders vernachlässigten Rädern eine Kombination aus Seiten-, Einfach- und Doppelschlag.
Da heißt es, systematisch vorzugehen. Zuerst wird der Höhenschlag ausgeglichen und zum Schluss der Seitenschlag.




Seitenschlag ausgleichen
Ist ein Seitenschlag (S) vorhanden, kann dieser ebenfalls durch kontrolliertes Lösen und Festziehen von einzelnen Speichen ausgeglichen werden.
In unserem Beispiel haben wir die Schrauben der Zentriervorrichtung schön gleichmäßig gegen das Felgenhorn eingestellt und einen eindeutigen Schlag auf der blauen Seite gemessen.
Nun wird die nächstgelegene blaue Speiche um 1/2 Umdrehung gelöst (L) und die benachbarten blauen Speichen bis zum Anfang und Ende des Schlages wieder symmetrisch etwas weniger (z.B. 6 Speichen: 1/8 - 1/4 - 1/2 - 3/8 - 1/4 - 1/8).
Die gegenüberliegenden roten Speichen werden analog festgezogen (F). So wird die Felge in Richtung des grauen Pfeils gezogen und der Schlag entfernt.


Typische Fehler
Unerfahrene machen den Fehler, die Räder nur über das Anziehen der Speichen zentrieren zu wollen und dadurch bekommen eine viel zu hohe Speichenspannung.
Man sollte daher stets mit gleichmäßigem Anziehen und Lösen auf beiden Seiten, wie oben beschrieben, arbeiten. Auch sollte man niemals mit einer ganzen Umdrehung pro Speiche beginnen, sondern mit 1/4 ... 1/2 Umdrehungen.
Nur wenn es offensichtlich ist, dass der Schlag ausschließlich durch zu lockere oder stramme Speichen verursacht wird, kann man ihn durch eine einseitige Korrektur ausgleichen.
Mit der Verstellung nur einer oder zwei Speichen erreicht man nicht viel. Besser man verwendet immer etwa
6 - 12 Speichen, je nachdem über welchen Bereich die Felge verzogen ist.

Neueinspeichen
ist definitiv eine Arbeit für den Fachmann. Der Vollständigkeit halber beschreibe ich hier die wesentlichsten Schritte.
Zuerst werden die Speichen in die Nabe gesteckt und zwar nach dem gleichen Muster, wie beim alten Rad. Die meisten Räder haben 36 Speichen, also einen Abstand von 10°.
Nun wird die Felge herumgelegt und die Speichen in die Felgenpunzungen (kleine Erhebungen) gesteckt. dabei muss man darauf achten, die Punzungen auszuwählen, die genau den richtigen Winkel haben. Es gibt Punzungen für die linken und die rechten Speichen, die darüber hinaus noch gekreuzt sind. Das sind 4 verschiedene Arten. Da ist es am Besten, sich das alte Rad genau anzuschauen und entsprechend zu verfahren.
Jetzt werden die Nippel aufgeschraubt und alle gleichmäßig bis zu einer bestimmten Gewindehöhe eingeschraubt. Das Rad sollte so schon eine gewisse Stabilität haben.
Nun werden die Nippel festgeschraubt. Das geschieht in mehreren Durchläufen mit jeweils einer 1/2 Umdrehung. Man beginnt am Ventilloch - das ist die Speiche 1.
Die wird mit einer 1/2 Umdrehung festgezogen. Dann folgen die Speichen 4, 7, 10 usw., bis Du wieder bei der Speiche 1 angelangt bist.
Dann folgt ein Durchgang mit den Speichen 2, 5, 8, 11 usw. Und schließlich ein Durchgang mit den Speichen 3, 6, 8, 12 usw.
Das wird solange wiederholt, bis alle Speichen die gleiche und richtige Spannung haben. Auch hier hilft der Klangtest oder man verwendet ein Drehmoment-Nippelschlüssel, der beim Erreichen der Spannung klickt.

Sicherheit
Das Rad ist ein Sicherheitsbauteil. Wenn damit unfachmännisch umgegangen wird, kann es sehr gefährlich werden. Die hier beschriebenen Tipps gelten nur für kleine Korrekturen und sollten von Personen durchgeführt werden, die Erfahrung haben. Sie sind nicht für Hobbyschrauber gedacht und die Anwendung erfolgt auf eigene Gefahr.
Im Zweifelsfall und besonders bei stark verzogenen Felgen musst Du Dich stets an einen Fachbetrieb wenden. Das ist eine gute Investition in Deine Gesundheit, die sich schnell auszahlt.


© Michael (27.03.04 )
Quelle: GS-Classics
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